Fern-Bahnhof Altona soll weg – Einsprüche werden erörtert

Eher still und leise, dafür aber recht hurtig. Die behördlichen Planungen zur Umsiedlung des Fernbahnhofs Altona in Richtung Diebsteich laufen auf vollen Touren. 360 Millionen Euro betragen die bislang “geschätzten und öffentlich bekannt gemachten Kosten” für das Projekt, heißt es Seitens der Deutschen Bahn. Nachdem die Antragsunterlagen im Frühjahr “ausgelegt” waren und Einsprüche erhoben werden konnten – sofern man irgendwas von dem Plan mitbekam – wird nun von der Verkehrs-Behörde des Hamburger Senats bereits der Erörterungstermin angekündigt. Etwas über 200 Einwendungen soll es gegeben haben. Insgesamt fünf Tage lang, allesamt zu den Arbeitszeiten und strickt thematisch von einander getrennt, sollen die Einsprüche ab dem 4. Oktober in der Katholischen Akademie im Herrengraben 4 diskutiert werden. Schon jetzt geht nicht alles ganz glatt, bei den Plänen. Der Bau eines 20 stöckigen Hochhauses am geplanten neuen Bahnhof am Diebsteich, den die Behörde jüngst aus dem Hut zauberte war selbst der Stadtentwicklungssenatorin Stapelfeld völlig unbekannt – und wurde einstweilen wieder zurückgezogen. Darüber berichteten z.B. der NDR und das Abendblatt.

Von Planungschaos will man da zwar sicher noch nicht sprechen, aber man hat ja doch einiges erlebt, die letzten Jahre, nicht nur in Hamburg. Insgesamt 360 Millionen Euro will die Bahn in die Verlegung des Fernbahnhofs Altona zum Diebsteich stecken. Das schreibt die Bahn als Erwiderung auf die Einwendung, dass es bei den Planungen “keinerlei Kostentransparenz” gäbe. Die Bahn spricht von “geschätzten” und “öffentlich bekannt gemachten Kosten” in diesem Zusammenhang, macht aber außerdem klar: “Die Kosten eines Vorhabens sind nicht Gegenstand der Planfeststellung und sind daher auch nicht Bestandteil der Planfeststellungsunterlage”. Schade eigentlich, ist ja nur das Geld der SteuerzahlerInnen, das hier möglicherweise nicht besonders sinnvoll ausgegeben wird.

Zu den möglichen Auswirkungen der geplanten Umsiedlung des Fernbahnhofs Altona mit Blick auf die Auswirkungen für den ohnehin schon überlasteten Hauptbahnhof gibt es erhellendes: Der “moderne Durchgangsbahnhof”, der am Diebsteich entstehen soll, ist “verkehrlich und betrieblich sinnvoll”, stellt die Bahn selbstbewusst fest. “Engpassbereiche wie die Verbindungsbahn und den Hauptbahnhof” könne er entlasten, heißt es. Wie? Erfahren wir vermutlich auf dem Erörterungstermin.

Ansonsten kann nach der Verlegung des Bahnhofs Hamburg Altona “die Bereitstellung der Züge schneller und betrieblich sicherer erfolgen, da die betrieblichen Nachteile eines Kopfbahnhofs entfallen”. Ob aber die betrieblichen Vorteile der Bahn auch Vorteile für uns Reisende sind? Schauen wir mal! Damit aber keinerlei Zweifel aufkommen, macht die Bahn auch gleich klar, dass zur Erreichung der “verfolgten verkehrlichen Zielsetzungen” ohnehin nichts anderes als die Umsiedlung machbar ist.  Wessen Zielsetzungen jetzt aber gleich noch mal?

Per Post hat die Wirtschafts- und Verkehrsbehörde jetzt mitgeteilt, wann und wo und wie sie sich den Ablauf des Erörterungstermins denkt. Der Ablaufplan folgt der bisherigen Logik, möglichst wenig BürgerInnen bzw. in diesem Fall EinwenderInnen eine faire Chance zur Teilnahme zu ermöglichen. Jeweils ab 9.30 Uhr an fünf Tagen und strickt thematisch aufgetrennt sollen die Einwendungen behandelt werden. Fünf Tage Urlaub muss man sich also nehmen, will man seine Rechte im Verfahren vertreten.

Möglichkeiten, wie z.B. eine gebündelte Befassung von Einwendungen in einem Block oder gar nach Feierabend, sind bislang nicht vorgesehen. Bürgerfreundlich sieht irgendwie anders aus.

 

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