Verlegung Bahnhof Altona und Folgen für den Hauptbahnhof? Widerstand wächst!

Was die Bezirks-Mehrheit nicht veranstaltet, leistet eine Bürgerinitiative: Volles Rathaus bei Infoveranstaltung über die Verlegung des Fern- und Regionalbahnhofs Altona. Der Widerstand gegen die eher im Stillen geplante Verlegung des Fern- und Regionalbahnhofs Altona Richtung Diebsteich wächst. Am Wochenende organisierte die erst vor einigen Wochen gegründete Initiative “Langenfelder Signal” eine mit nach eigenen Angaben von rund 500 TeilnehmerInnen besuchte Open-Air-Info-Veranstaltung.  Rund 250 BesucherInnen trafen sich heute bei einer Info-Veranstaltung der Initiative Prellbock Altona im hiesigen Rathaus und verabschiedeten am Ende eine gemeinsame Resolution für die Modernisierung und gegen die Verlegung des Bahnhofs Altona aus.

P1060795Die Resolution ist hier im Wortlaut dokumentiert.

Aufruf Langenfelder Signal hier als PDF und Dokumentation (PDF).

Still und leise laufen die Behördenplanungen für die Verlegung des Bahnhofs Altona nach Diebsteich. Senat, Bürgerschaft, Bezirksamt und die Bahn spielen das ganze Projekt eher runter, versuchen den Eindruck zu erwecken, als sei die ganze Sache schon unter Dach und Fach. Vor allem: Jede Einmischung von BürgerInnen wird mit unterschiedlichen Argumenten oder mit dem Hinweis, man sei nicht zuständig, abgewiesen. Doch je mehr die BürgerInnen bemerken, was der geplante Umzug bedeutet und wie wenig sie dabei berücksichtigt werden, desto mehr regt sich Widerstand.

Auf der heutigen Veranstaltung des Prellblock Altona war es mehr als auffallend, dass sich neben Linken KomunalpolitikerInnen VertreterInnen der anderen Fraktionen gar nicht erst einfanden.

Wie bei solchen bedeutsamen Infrastrukturprojekten üblich, wächst die Betroffenheit offenbar scheibchenweise. Die Verlegung des Fern- und Regionalbahnhofs war im ersten Schritt für einige “AltonaerInnen” relevant, jetzt wird die Baustelle rund um den Diebsteich für die AnwohnerInnen relevant. Doch die Planungen in Altona und Diebsteich werden massive Auswirkungen auch für den Hauptbahnhof haben und damit für erheblich größere Teile der Stadt.

Schon heute ist der Hauptbahnhof ziemlich am Limit und muss dringend ausgebaut werden, wen er in einer wachsenden Stadt und einer Gesellschaft mit wachsender Mobilität nicht den Blackout erleben will. Welche Folgen aber hat die Verlegung des Bahnhofs Altona nach Diebsteich für den Hauptbahnhof und seine Belastung? Darüber gibt es seitens der Bahn und des Senats keine belastbaren Analysen – jedenfalls keine, die öffentlich zugänglich wären.

Dabei ist klar: Reisende auf der heutigen Achse Wedel-Blankenese-Altona werden künftig sicher nicht in Altona umsteigen, um nach Diebsteich zu fahren, sondern entweder den Hauptbahnhof oder den nicht wirklich geeigneten Bahnhof Dammtor nutzen. Das Aufkommen von Reisenden wird also auf dieser Achse steigen. Werden aber, wie offizielle Planern – ohne Studien oder Gutachten – behaupten, Reisende aus Eimsbüttel im künftigen Fernbahnhof Diebsteich zusteigen? Oder doch weiterhin über Dammtor oder Hauptbahnhof?

Klar ist: Wer den verkehrstechnischen Super-GAU am Hauptbahnhof nicht leichtfertig forcieren will, der sollte gründlich untersuchen, was eine Verlagerung des Fern- und Regionalbahnhofs Altona für Auswirkungen haben dürfte. Es ist schon atemberaubend, wie wenig das in der bisherigen Planung bislang eine Rolle zu spielen scheint.

Es wäre der Bürgerschaft und den BürgerInnen in der gesamten Stadt daher dringend zu raten: Hinschauen, was da grade geplant wird!

2 Gedanken zu „Verlegung Bahnhof Altona und Folgen für den Hauptbahnhof? Widerstand wächst!

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